Beratung nach Wegweisung

Seit Juni 2004 gilt in Schleswig Holstein das Gesetz zur Verbesserung des zivilrechtlichen Schutzes bei häuslicher Gewalt, das so genannte Gewaltschutzgesetz. Der § 201 LVwG sieht vor, dass bei einem Polizeieinsatz auf Grund häuslicher Gewalt der Täter für maximal 14 Tage aus der Wohnung verwiesen werden kann, die so genannte Wegweisung wird ausgesprochen.

Die Polizeibeamten informieren die Frau darüber, dass über den Einsatz eine Mitteilung an eine Frauenberatungsstelle geschickt wird. Innerhalb von 24 Stunden an den Werktagen, wird sich von dort eine Mitarbeiterin melden und ihre Unterstützung anbieten. Gibt es keine telefonische Erreichbarkeit, kann auch eine schriftliche Kontaktaufnahme erfolgen. Ist die Frau einverstanden, wird sie zu einem persönlichen Gespräch eingeladen.

In der Beratung geht es vor allem um

  • Fragen zur Sicherheit, auch der (wenn vorhanden)Kinder
  • Information über rechtliche Möglichkeiten
  • Stabilisierung und Ermutigung
  • Entwicklung von Handlungsmöglichkeiten
  • Bei Bedarf: Möglichkeiten der Trennung vom gewalttätigen Partner und weitergehende Unterstützung z.B. Hilfe bei Behördengängen, Anwälte usw.
  • Die betroffene Frau bestimmt mit der Beraterin Inhalte und Umfang des Hilfsangebots

Fast immer sind Frauen Opfer häuslicher Gewalt. Frauenberatungsstellen verfügen gerade in diesem Themenbereich über jahrelange Erfahrungen. Daher ist es nahe liegend, dass viele Frauenberatungsstellen die Anerkennung als Beratungsstelle nach polizeilicher Wegweisung haben.
Fragen Sie vor Ort, welche Unterstützungsangebote für Sie möglich sind.