„Lassen Sie uns gemeinsam die Ursachen von Gewalt beseitigen“

Schleswig-Holstein startet als erstes Bundesland die Umsetzung der Istanbul-Konvention

v. l.: Katharina Wulf (Geschäftsführung LFSH), Dr. Sabine Sütterlin-Waack (Gleichstellungsministerin S-H), Ursula Schele (Vorstand LFSH), Kerstin Küster (Geschäftsführung LFSH), Foto: Bente Stachowske

 

Mit weit über hundert Teilnehmenden aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Facheinrichtungen startete heute die Umsetzung der sogenannten Istanbul-Konvention in Schleswig-Holstein mit einer landesweiten Kick-Off-Veranstaltung in Kiel. Das Anliegen des Landesverbands Frauenberatung Schleswig-Holstein e.V. (LFSH),  ein breites Bündnis für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen zu schmieden, erhielt dabei großen Zuspruch.

So betitelte die schleswig-holsteinische Gleichstellungsministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack in ihrer Eröffnungsrede die „dauerhaften Verpflichtungen der Konvention als Chance und Herausforderung für die kommenden Jahre“ und forderte auf, „gemeinsam die Ursachen von Gewalt gegen Frauen zu beseitigen“. Die Vorstandsfrau des LFSH, Ursula Schele, ergänzte in ihrer Begrüßung: „Schleswig-Holstein beginnt heute als erstes Bundesland mit der Umsetzung der Konvention und nimmt damit wieder einmal bundesweit eine Vorreiterrolle in der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen ein. Lassen Sie uns gemeinsam Geschichte schreiben und strukturelle Ungleichheit, Diskriminierung und Benachteiligung von Frauen und Mädchen in allen gesellschaftlichen Bereichen abschaffen“.

Das „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ – die Istanbul-Konvention – ist bereits seit dem 01. Februar 2018 geltendes Recht in Deutschland. Neben weitreichenden Maßnahmen zur Anpassung des Hilfesystems und der Schließung von Schutzlücken, ist der Fokus auf die strukturellen Ursachen von Gewalt gegen Frauen und Ungleichheit neu. Die Umsetzung bietet die große Chance, aktiv einen öffentlichen Diskurs über bestehende Machtverhältnisse und veraltete Rollenbilder zu führen, gesellschaftlichen Wandel anzustoßen und geschlechtsspezifischer Gewalt den Nährboden zu entziehen.

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